Zertifizierung nach der neuen DIN EN ISO 9001:2015

02.06.2017

Die neue Qualitätsmanagementnorm DIN EN ISO 9001:2015: Das SRH-Fachkrankenhaus Neresheim erfüllt sie bereits heute.


DIN EN ISO 9001:2015 Zertifikat des SRH Fachkrankenhaus Neresheim

Das SRH Fachkrankenhaus Neresheim ist seit 26.05.2017 nach der neuen DIN EN ISO 9001:2015 zertifiziert. Dazu sprach QM-Koordinator Jürgen Holub mit der externen QM-Beraterin Verena Ettig-Röhrl, die den Zertifizierungsprozess des Hauses begleitet hat.

 

J.Holub: Hallo Frau Ettig-Röhrl, schön Sie zu sehen! Wie lautet Ihre Berufsbezeichnung? Was haben Sie mit der DIN EN ISO 9001:2015 zu tun?

 

Ich bin ausgebildete Fachkrankenschwester Anästhesie Intensiv und Diplom-Betriebswirtin. Außerdem habe ich verschiedene QM-Ausbildungen zum ISO-Auditor und EFQM-Assessor und QEP-Visitor absolviert. Eine Ausbildung zum systemischen Business-Coach bietet eine gute Ergänzung zu meiner jetzigen selbständigen Tätigkeit als Beraterin und Coach. Die QM-Ausbildungen, die ich im Großteil meiner beruflichen Tätigkeit nutze, zeigt was ich mit der DIN ISO 9001:2015 zu tun habe. Das heißt ich begleite Unternehmen beim Aufbau von zertifizierungsfähigen QM-Systemen und bin zudem als interne und externe Auditorin tätig.

 

Wie viele Zertifizierungen haben Sie schon begleitet?

In den 15 Jahren meiner selbständigen Tätigkeit durfte ich zahlreiche Einrichtungen aus folgenden Bereichen zur Zertifizierung begleiten:

-         Kliniken und Klinikteile wie z.B. Ambulanzen, Verwaltungen und Zentren

-         Altenpflege-Einrichtungen

-         Arztpraxen

-         Industriebetriebe

Eine genaue Zahl kann ich Ihnen nicht nennen, da es auch Projekte gibt, an denen mehrere Institutionen  involviert waren, die ein QM-System ohne Zertifizierung aufgebaut haben. Insgesamt dürfte sich das schon im hohen zweistelligen Bereich bewegen.

 

Was sind denn die wesentlichen Unterschiede zur alten Norm?


Im Wesentlichen wurden drei neue interessante Themen in der Norm ergänzt.

Die beiden Themen „Kontext der Organisation“ und „Wissen der Organisation“ fordern Unternehmen auf, sich damit intensiv auseinander zu setzen. Das neue Thema „Umgang mit Risiken und Chancen“ ist durch eine gesetzliche Forderung zur Einführung eines Risikomanagements zumindest für Gesundheitsorganisationen kein Neuland mehr.

 

Welche Chancen bieten die Veränderungen?

Aus meiner Sicht sind die Betrachtungen von Risiken und Chancen, vom Kontext der Organisation und der Auseinandersetzung mit dem Wissen der Organisation absolute Erfolgsfaktoren für ein zukunftsfähiges Unternehmen. Die neue ISO-Norm hat darüber hinaus auch noch einen interessanten Ansatz, indem sie die „Angemessenheit“ stark betont. Das bedeutet, dass jedes Unternehmen einen hohen individuellen Spielraum in den Ausführungen ihres QM-Systems nutzen soll und muss.

 

Sie als externe Beraterin schauen hinter viele Türen: Was würden Sie empfehlen sind günstige Einflussfaktoren für eine erfolgreiche Zertifizierung?

Hier gibt eine Reihe günstige und aus meiner Sicht auch notwendige Faktoren:

-         aktive Beteiligung von Führungskräften

-         Einbindung vieler Mitarbeiter

-         Fokus auf den Nutzen von Prozessen und Dokumente für die Mitarbeiter

-         Beibehaltung der betriebsspezifischen Sprache

-         Verständlichkeit, Praktikabilität und Realitätsnähe des QM-Systems

-         Integration von allen Bereichen und bestehenden Strukturen

 

Frau Ettig-Röhrl: Herzlichen Dank für Ihr Gespräch.